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Projekt Vollweidesystem

Nach der Umstellung auf biologisch-dynamische Wirtschaftsweise sind wir momentan dabei, unsere Milchviehhaltung noch einmal grundlegend umzugestalten.
Folgende Gedanken haben uns dabei besonders bewegt:
  • Wie können wir zu einer noch wesensgemäßeren Fütterung und Haltung der Kühe kommen?
  • Wie können wir unsere Milchviehhaltung Ressourcen schonender gestalten?
  • Wie schaffen wir es, Kühe und Kälber gerade in der Zeit vor und nach der Kalbung gut zu versorgen, während parallel viele andere landwirtschaftliche Tätigkeiten (Silo, Getreideernte, Gemüseanbau etc.) zu erledigen sind?
Dabei sind wir auf das Vollweidesystem gestoßen, das vor allem in der Schweiz und Bayern verbreitet ist. Ziel ist es, dass die Kühe möglichst viel Milch aus dem Futter melken, das sie selber auf der Weide fressen.

Unsere Kühe auf der Weide

Am besten geht dies mit der saisonalen Abkalbung:
Im Winter sollen die Kühe kalben, wo sie im Stall unter steter Beobachtung sind und gleichmäßig mit guter Silage, Heu und hofeigenem Kraftfutter versorgt werden. Zudem ist auch die gesamte Versorgung der Tränkekälber auf den Winter konzentriert.
Mit Weideauftrieb und über den Sommer sollen die Kühe ausschließlich Weidegras fressen, in Trockenperioden ergänzt mit Kleegras-Grünschnitt. Die Futterzusammensetzung auf der Weide entspricht über den Jahreslauf ungefähr dem Bedarf der Kuh während ihrer Laktation der Zeit zwischen zwei Kalbungen. Zusätzliches Kraftfutter wird nicht mehr zugefüttert, so dass wir kein Getreide mehr zukaufen müssen, da uns das eigene nur über die Wintermonate reicht. Zudem entfällt das tägliche Mähen von Grünschnitt, so dass wir hier einiges an Energie einsparen. Im späten Herbst werden die Kühe trockengestellt und zum Anfüttern Mitte November in den Stall geholt. Soweit die Theorie –wie sich das realisieren lässt, muss sich erst noch erweisen. Im Moment haben wir die erste konzentrierte Abkalbeperiode hinter uns, wobei wir noch ca. 3 Jahre brauchen, bis die ganze Herde umgestellt ist. Begleitend haben wir im Sommer 2008 die Kurzrasenweide eingeführt, die für das Vollweidesystem am sinnvollsten ist.: Die Kühe weiden den ganzen Sommer auf den gleichen Flächen und fressen das, was am Tag nachgewachsen ist. Einerseits sind die Gräserspitzen sehr nährstoffreich, was den Kühen zugute kommt. Andererseits brauchen wir auf den sehr großen Koppeln im Sommer keine Portionszäune mehr zu bauen, was eine große Zeitersparnis bedeutet. Ein weiterer Aspekt ist sicherlich auch, dass sowohl Kuh als auch Mensch mehr im Rhythmus des Jahres leben und arbeiten nun hat alles seine Zeit und nicht alles geschieht zu jeder Zeit.


Projekt Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien am Schanzenhof

Seit 2008 verfolgen wir das Ziel, unseren Energiebedarf in den Bereichen Wärme, Elektrizität und Fuhrpark auf erneuerbare, nachhaltige Energiequellen umzustellen.

Ein erster Schritt ist sicherlich die nachhaltige Einsparung von Energie. Hierbei ist vorrangig die energetische Sanierung des Wohnhauses und die Umstellung der Milchviehhaltung auf das Vollweidesystem zu sehen. Zudem ist die Auswahl der dieselbetriebenen Fahrzeuge auf energieeffiziente Modelle und Fabrikate ausgerichtet.

Mit dem Bau des Jungviehstalles konnte im Dezember 2009 unsere erste Photovoltaikanlage, ans Netz gehen gegangen. Hier wurde die ganze Planung des Stalles schon auf eine optimal ausgelegte PV-Anlage ausgerichtet, so dass wir hier den optimalen Wirkungsgrad erreichen konnten. Diese Anlage kann unseren Strombedarf am Hof abdecken, natürlich nicht eins zu eins zu jeder Zeit, aber aufs Jahr gesehen speisen wir ungefähr so viel ein wie wir verbrauchen. Zudem können wir einen Teil der Kosten des Jungviehstalls über die zusätzliche Dachauslastung finanzieren.

Im Jahr 2011 ersetzten wir dann unsere alte Öl-/Holzheizung mit einer modernen Scheitholzheizung, mit der wir seitdem sehr effizient mit eigenem Holz von den Weiden und den angrenzenden Waldstücken unser Wohnhaus heizen können. Die Warmwasserbereitung ist kombiniert mit einer Solartherme, so dass die Holzheizung im Sommer in der Regel nicht laufen muss. Der Holzverbrauch liegt nur unerheblich höher als vorher mit der kombinierten Öl-/Holzheizung, die aber zudem noch ca. 2000l Heizöl im Jahr verbraucht hat. Das Warmwasser für die Melkanlagenspülung wird über eine Wärmerückgewinnung der Milchkühlung erzeugt.

Im Winter 2012/2013 wurde dann auf allen Gebäuden eine große Photovoltaikanlage installiert, so dass wir nun auch größere Mengen Strom neben dem höheren Eigenverbrauch über einen eigenen Transformator ins Mittelspannungsnetz einspeisen können. Seitdem werden ca. 40 Haushalte mit Strom versorgt.

Seit 2015 können wir einen Teil des Sonnenstroms über einen Elektro-Hoftrac der Firma Weidemann speichern, so dass wir nun die Hofarbeiten emissionsfrei, leise und CO2-neutral erledigen können.

Nächste Schritte sollen die weitere Umstellung des Fuhrparks auf Elektromobilität sein und die zusätzliche Speicherung des Solarstroms, damit wir stromautark werden. Für Anregungen zur weiteren Optimierung sind wir immer sehr dankbar.